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TAR 2018 - Etappe 7

Foto by Roman Möbius
Foto by Roman Möbius

Es ist vollbracht!!! Der Trans Alpine Run 2018 ist Geschichte und wir haben auf der letzten Etappe nochmals versucht, diese Geschichte noch ein bisschen spannender zu gestalten. 15min betrug der Rückstand auf die Gesamtführenden vor dem letzten Abschnitt über 36km und ca. 2000Hm. 15min, die im Anbetracht der letzten Etappen viel erscheinen mögen, die, wie wir selbst aber bei Etappe 1 erfahren durften, auch ganz schnell weg sein können, wenn nur ein kleiner Fehler begangen wird. Für Sebastian und mich stand fest an diesem heutigen Tag gab es nur ein Tempo und das war Vollgas. Vom Start weg Schleusen auf und alles was in unseren müden Körpern noch steckte maximal rausholen. Der Startschuss fiel um 8 Uhr. Alles war bereit, das Wetter wieder einmal traumhaft schön und zu meiner Überraschung stellte ich fest, dass auch die Beine auf den ersten Metern sich ziemlich passabel anfühlten. Also ab nach vorne, Druck machen und nicht mehr Locker lassen. Der erste Anstieg aus dem Dorf nach ca. 200m war super steil und endete schließlich in einigen Treppenstufen. Mein Puls raste, die Pumpe lief auf Hochtouren, das Adrenalin durchschoss den gesamten Körper. Schnell legten wir wieder einige Meter zwischen und die Verfolger. Nicht umschauen, einfach weiter, immer weiter! Friss oder stirb! Dass mein Puls auch an diesem heutigen Tage nicht mehr großartig sinken würde, war mir bewusst. Ob ich es durchstehen würde? Kein Plan! Aber egal! Einfach weiter, immer weiter! Mit jedem Höhenmeter und jedem gelaufenen Meter kamen wir dem Ziel in Brixen ein bisschen näher. Und in den folgenden Tagen dürfen die Laufschuhe auch mal ganz Getrost nicht mehr angerührt werden! Also völlige Eskalation. An den VPs lief ich weiter, Sebastian füllte auf um auch hier noch weniger Zeit zu verlieren, bzw. Zeit gut zu machen. An der ersten VP betrug der Vorsprung auf die Verfolger 1,5min, an der zweiten VP 4,5min… Der Vorsprung wuchs stetig und Meter um Meter versuchte ich aus meinem müden Körper noch ein bisschen mehr Leistung „rauszuholen“! Von der Schönheit der Strecke bekam ich auch an diesem Tag nichts mit! Die volle Konzentration galt dem Trail und der Fokussierung auf das Wesentliche: Leistung, Leistung, Leistung… Der erste „Gipfel“, ein rasanter Downhill und knackiger Gegenanstieg bis zur absoluten Erschöpfung: Ca. 10km vor Brixen waren alle positiven Höhenmeter des TAR 2018 geschafft. Jetzt nur noch 2000Hm am Stück mit maximalem Tempo runter rennen! Völlig egal was die Muskeln zu melden hatten, sie mussten jetzt noch ein letztes Mal funktionieren. Unsere Verfolger waren nicht mehr zu sehen. Wir schöpften Hoffnung heute nochmals einige Minuten aufzuholen und vielleicht sogar noch den ganz großen Coup zu landen und den Gesamtsieg zu holen. Maximales Risiko im Downhill war das Resultat. Die letzten 2km waren asphaltiert. Noch einmal 3:16min/km rennen, noch einmal alles rausholen. Die letzten Meter, die letzte Zeitmessmatte, die Absperrgitter, die jubelnden Zuschauer, die euphorische Stimme des Moderators, die Zielinie… ich ging zu Boden! Lag einfach nur noch da! Und mit einem Mal war die gesamte Anspannung der letzten 7 Tage verflogen! Glückseligkeit, Stolz, Tränen… Emotionen pur! Dieses Gefühl beim TAR ins Ziel zu laufen kann nicht in Worte gefasst werden, es bleibt unbeschreiblich! 8min nach uns kamen Markus und Hannes ins Ziel. Somit war der Gesamtsieg ihrer, aber wir haben auf der letzten Etappe nochmals alles versucht, haben alles gegeben. Schlussendlich stehen 5 Etappensiege von 7 möglichen auf unserer Seite. 6 Tage, an denen wir ein super Rennen gelaufen sind und eben nur ein Tag, an dem evtl. ein kleiner Fehler uns den Gesamtsieg gekostet hat. Aber egal… Die TAR ist und bleibt eines der größten Rennen, die man machen kann. Etwas ganz Besonderes, etwas einzigartiges und jeder, der diesen Lauf zu Ende bringt, kann unglaublich stolz und glücklich über die erbrachte Leistung sein. Ich bin es auch! Sehr sogar! Es war eine Woche mit absoluten Höhepunkten und absoluten Tiefs, eine Woche voller Emotionen, voller Zweifel und Euphorie! Danke an alle, die mitgefiebert haben, die unterstützt und die diese Leistung möglich gemacht haben! Es war unglaublich! Party on!!!