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TAR 2018 - Etappe 6

Foto by Tom Schlegel
Foto by Tom Schlegel

Alles auf Angriff! Vollgas, von Anfang an! Jeder Meter, jeder Höhenmeter Attacke! Simpler Plan, den Sebastian und ich da am Vorabend vor der 6. Etappe geschmiedet hatten. Als um 5 Uhr der Wecker klingelte verfluchte ich diesen Plan kurz, bzw. zweifelte schwer an der Umsetzung! Das Aufsetzen auf die Bettkante ging noch recht geschmeidig, das Aufstehen hingegen war dir reinste Katastrophe! Grausam, wirklich grausam! Humor ist das einzige was da noch hilft…und Fluchen, lautes Fluchen! Mühsam zwang ich mir ein paar Haferflocken rein, dann Duschen, leichtes Mobilisieren, Rucksack packen. Alles funktioniert in diesen Momenten automatisiert! Um kurz vor 6 gings zum Start. Die Tapes, die mir meine Schwester noch auf den Körper klebte wurden von Tag zu Tag mehr: Achillessehne, Waden, Hüftbeuger…. Tapes sind großartig! Dann gings in den Check-In, Rucksackkontrolle und ab in den Startblock. Um 7 Uhr fiel der Startschuss. Schalter umlegen, über den Schmerz laufen, Schritt aufziehen, Race-Modus! 4km Tempo machen, dann gings ab in den Berg. Die ersten Meter gingen super! Der Rhythmus stimmte, aber selbst, wenn es „super“ geht, tut alles einfach nur noch weh! Die Muskeln schmerzen, die Lunge brennt! Egal: drücken, drücken, drücken! Die erste VP, dann weiter über schmale Trails immer weiter nach oben. Bald wurde die Waldgrenze erreicht, dann gings ab über Geröllfelder bis uns kürzere Kletterpassagen auf den obersten Punkt auf ca. 2600Hm führte! Wir waren drin, wir machten Meter um Meter gut! Es lief richtig gut! Wir schöpften Hoffnung den Versprung auf die Gesamtführenden weiter zu verringern! Also dranbleiben und weiter drücken, drücken, drücken. Sebastian peitschte mich an,  motivierte und sobald der Schritt nur ein kleines bisschen langsamer wurde bekam ich von hinten antreibende Worte um die Ohren geschmissen. Der Downhill war zunächst sehr technisch, zog sich dann aber immer wieder über viele, sehr laufbare Abschnitte durch die wunderschönen Südtiroler Alpen! Ein Auge für die Schönheit der Natur habe ich allerdings noch auf keiner Etappe so wirklich gehabt! Zu stark waren die Schmerzen, die Qualen, die Konzentration auf jeden einzelnen Meter! Es war und ist ein Rennen am Limit! Immer wieder motivierte ich mich mit der Tatsache, dass nur noch ein Tag uns vor dem Ziel in Brixen trennt. Und einer geht bekanntlich immer…egal ob bei 1000ern auf der Bahn oder eben die letzte Etappe beim TAR. Nach 4:17 erreichten wir nach langen 34km heute in Sarnthein das Ziel: Zum 4. Mal als Tagessieger. Die Freude über den erneuten Tagessieg war groß, jedoch hielten unsere Verfolger auch bei der heutigen Etappe Schritt und konnten noch einige Minuten „hinten raus“ gutmachen. Im Ziel trennten uns gerade einmal 1:15min. Vor der morgigen letzten Etappe trennen uns also noch 15min. Viel, aber wer weiß! Das Ziel ist bekanntlich erst in Brixen erreicht und eines ist sicher! Morgen ist die Devise ein weiteres Mal: Attacke und absolute Eskalation! Stay tuned!