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TAR 2018 - Etappe 3

Foto by Roman Möbius
Foto by Roman Möbius

4:45Uhr… der Wecker klingelt mich aus meinem unruhigen Schlaf! Die Nächte beim Trans Alpine Run sind wenig erholsam. Zu aufgewühlt ist der Körper, zu sehr hat er mit den Strapazen des Tages zu kämpfen. Ich stehe auf, humple zur Toilette… alles schmerzt! Die Achilles-Sehne macht mir zu schaffen, die Muskeln schmerzen. Wird schon, hilft ja nix! Ich beruhige mich mit dem Gedanken, dass es wohl jedem der 600 Starter ähnlich geht. Mit einem Kaffee sieht die Welt schon wieder anders aus. Trotzdem macht mir der Gedanke an die heutigen 50km mit über 3000 Hm ein wenig Angst. Erst zwei Tage habe ich auf einer nicht ganz so langen Etappe den übelsten Hungerast bekommen. Aber heute ist ein neuer Tag – also verschwende ich mal keine Gedanken an die Vergangenheit! Von Tag zu Tag denken, im Hier und Jetzt „leben“…ein Grundsatz beim TAR. Um Punkt 6 Uhr fällt der Startschuss zur Königsetappe. Wie immer fühlen sich die Beine, naja, gelinde gesagt nicht ganz so frisch an. Aber nach den ersten 3km rollt der Motor. Die ersten 20km sind unser Terrain. Nicht besonders technisch, sehr laufbar. Wir können Druck machen und haben und schnell ein paar Minuten Vorsprung herausgelaufen. Von Imst geht es ins wunderschöne Pitztal und es folgen die ersten Höhenmeter. Auf der breiten Forststraße können wir Druck machen, aber es ist jeden Tag ein Ritt, bzw. ein Lauf auf der Rasierklinge. Genau das richtige Tempo zu finden, nicht zu „überpacen“, sich das Rennen klug einzuteilen. In der Mitte der Etappe folgt ein sehr technischer Abschnitt: Verblocktes Gelände, seilversicherte Stellen, steile Downhills. Wir versuchen kraftsparend zu laufen, auch in diesem „unrhythmischen“ Gelände einen Rhythmus zu finden. Die Folge: Unsere Verfolger schließen nach und nach auf. Die vorletzte VP verlassen wir gemeinsam. Ein schwieriger Moment, besonders für den Kopf! Jeder hat jetzt ein wenig zu kämpfen, für jeden beginnt nun der karftzehrende Teil an diesem Tag und zu wissen, dass man den ganzen, mühsam erarbeitet Vorsprung wieder verloren hat ist bitter. Aber wir bleiben bei uns, konzentrieren uns auf unsere Stärke… wohlwissend, dass die letzten 10km leicht ansteigend auf einem Schotterweg die Entscheidung an diesem Tag bringen wird. Gemeinsam nehmen die letzten KM in Angriff. Sebastian gibt Gas, ich versuche irgendwie dran zu bleiben, aber ich merke, dass diese letzten 10km ganz, ganz hart werden würden. Ich denke an alte Trainingslager, an die unzähligen harten Einheiten, die ich immer und immer wieder im Training gemacht habe. Ich denke, an all das harte Training und versuche mich innerlich zu motivieren. „Drauf bleiben Schritt halten!!!“, Sebastian unterstützt, wo er kann, pusht mich… nicht nur mit Worten, auch mit „Taten“. In 15 Jahren Laufsport bin ich am heutigen Tag das erste Mal geschoben und gezogen worden, wahrlich kein schönes Gefühl, aber doch sehr hilfreich und in diesem Moment war mir alles egal! Nach 5:39 hat die Qual ein Ende. Wir überqueren als Sieger die Ziellinie in Mandarven. Die längste Etappe beim TAR ist geschafft, der Rückstand auf die Gesamtführenden um weitere 4min geschrumpft! Noch 4 Tage! Stay tuned!