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Der Weg zurück...

Der Winter war aus sportlicher Sicht zum Vergessen! Im Dezember gab's die Diagnose: Anriss der Plantarfaszie... Pause, Stosswelle und jede Menge gute Ratschläge... Was für eine Herausforderung! Woche um Woche verflog, Woche um Woche sah ich meine Ziele für 2016 dahin schwinden. Einige Einheiten versuchte ich so gut es ging durch Schwimmen oder Aquajoggen im Wasser zu kompensieren.

Anfang März ging es mit dem Team von leistungsdiagnostik.de nach Portugal ins Trainingslager. In erster Linie als Trainer, aber ich wollte es wagen und auch selbst die ersten Laufschritte im neuen Jahr langsam unter die Füße nehmen... Die Sonne, die Wärme, das Meer, die gute Stimmung: All das trug irgendwie dazu bei, dass der Fuß zu halten schien, mein Körper diese elendige Verletzung besiegen wollte! Es war ein großartiges Gefühl endlich wieder zu laufen!

Die folgenden Wochen musste ich mich bremsen... nicht zu viel dem Fuß zumuten... langsam steigern! Ich saß viel auf dem Rad: Grundlagentraining und zudem fantastische Trainingspartner mit denen jede Ausfahrt ein Erlebnis war und ist. Langsam kehrte die Form zurück und der Mut wieder intensivere Einheiten in Angriff zu nehmen. Ein erster Formtest war gleichzeitig für mich ein Debüt: Zum ersten Mal wagte ich mich an einen Duathlon... ein paar Radkilometer waren ja schließlich zusammen gekommen inzwischen. 4km Crosslauf, 12km Mountainbiken, 4km Crosslauf... War das ein Spaß! Mit meiner Leistung war ich super happy und zufrieden! Endlich durfte ich mich wieder zu der Wettkämpfe-bestreitenden-Sportgemeinschaft zählen. Ich konnte mir wieder Gedanken über eine Saisonplanung machen. Und eines meiner Ziele hatte ich nach dem guten Einstand immer noch fest im Blick: Die Berglauf-Langstrecken-Weltmeisterschaft in Slowenien. Also begann eine harte Trainingsphase, mit vielen Radkilometern, den ersten längeren Bergläufen, einem kleinen Formtest zwischendurch beim Münstertäler Panoramalauf und abschließend noch einer intensiven Trainingswoche unter der Sonne Gran Canarias. Alles um endlich wieder die Form vom letzten Jahr zu bekommen und beim Trailmarathon in Lichtenstein eine gute Leistung abrufen zu können. Die Freude über das Training, über jeden einzelnen Kilometer, über jede Einheit war riesig! Endlich wieder raus und laufen, endlich wieder Natur, endlich wieder Trails, Schweiß und dieses unfassbar geile Gefühl nach einem langen Training nach Hause zu kommen und zu wissen: Ich hab's geschafft! Oh, wie hab ich das vermisst...

Mit großer Vorfreude, aber ein wenig Ungewissheit ob der bestehenden Form, stellte ich mich vergangenen Samstag an die Startlinie vom Lichtenstein Trailmarathon. Großartig all die Gesichter wieder zu sehen und gemeinsam eine wunderschöne Strecke unter die Füße zu nehmen. Und ja, ich wollte Vollgas geben, von Anfang an...wollte schauen, was nach diesen 2 Monaten Training möglich war und wollte meinen Körper bis ans Limit bringen. Das hab ich geschafft! Von Anfang an lief ich das Rennen von vorne und es lief gut, eigentlich sogar sehr gut! Bis km 20... irgendwie schienen die Muskeln an diesem Tag nicht ganz so zu können, wie mein Kopf wollte. Bei km 25 spürte ich die ersten Krämpfe! Was war bloß los? Klar, es war heiß, klar, mir fehlten sicherlich noch die ganz langen Läufe dieses Jahr... aber so früh schon Krämpfe? Es wurde eines der härtesten Rennen, die ich je gemacht habe: immer wieder Gehpausen, Dehnen...immer wieder mental sich aufraffen, weiter laufen, aufs Tempo drücken...immer wieder die Gedanken irgendwo zwischen Erinnerungen an die Qualen vergangener Rennen und ein potentielles WM-Ticket... Ich biss mich durch, irgendwie! Und dann: 2km vor dem Ziel schienen meine Verfolger immer noch einen recht großen Abstand zu haben...langsam löste sich meine innere Anspannung, langsam realisierte ich, dass es reichen könnte! Die Erleichterung im Ziel ist nicht in Worte zu fassen: Die Verletzung, das Training, das Rennen... In Phasen einer Verletzung lernt man Demut! Und man geht mental gestärkt daraus hervor, solange man die Leidenschaft niemals aus den Augen verliert! 

Ob es für eine WM-Nominierung gereicht hat, weiß ich noch nicht, aber den Winter, den hab ich inzwischen vergessen! 

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