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Einfach nur...GENIAL!

Foto: © Marcel Hilger
Foto: © Marcel Hilger

Das Treppengehen fällt mir noch schwer! Zwei Tage nach einem meiner absoluten sportlichen Höhepunkte bin ich froh wenn ich in einem Schwung aus dem Bett komme. Aber so muss das wohl sein nach einem erfolgreichen Marathon. Erfolgreich! Ja das war er für mich, dieser Lauf durch die tiefen Häuserschluchten der deutschen Bankenmetropole Frankfurt. Laufen ist kein Wunschkonzert und ohne Fleiß kein Preis! Aber das ausgerechnet dieser Lauf so enden würde, damit hätte ich nach den letzten Wochen niemals gerechnet. Vor rund 9 Wochen war noch alles gut. Bestzeit über 10km in Düsseldorf, das Training lief einwandfrei, ich stand gefühlt voll im Saft... Es folgte das Frusterlebnis über die Halbmarathondistanz in Karlsruhe. Mit einem Mal war die Motivation weg. Ich fühlte mich schlapp, ausgelaugt. Eine lange Saison mit so vielen Höhepunkten neigte sich dem Ende entgegen. Und jetzt nochmal volle 6 Wochen härtestes Marathontraining? Mein Kopf wollte nicht mehr, hatte keine Lust mehr auf die langen 2 1/2 - 3h Läufe, keine Lust mehr auf lange zehrende Intervallläufe oder gar auf frühe Dauerläufe morgens um 8Uhr mit nüchternem Magen. Aber ich versuchte mich durchzubeißen. Zwar nicht mit der gleichen Disziplin wie vor dem Freiburg Marathon, aber trotzdem waren 2-3 Wochen mit 140-150km dabei. Ok, gemeldet war ich, also das Beste jetzt daraus machen... Zwei Wochen vor dem Lauf dann auch das noch: Eine Erkältung bahnte sich an. Pause. Mittwoch kein Training, Donnerstag kein Training. Freitag fühlte ich mich wieder fit und wagte mich auf die Bahn. Abschlussprogramm: 3x5000 im Race-Tempo! Es lief gut, zumindest in den Beinen. Die Atmung war schwer. Und prompt lag ich Samstag wieder flach. Pause. Samstag, Sonntag, Montag kein Training. Das wars dann wohl mit den gesteckten Zielen meine Bestzeit unter 2:30h zu drücken. Das konnte nicht mehr funktionieren. Tee trinken, Beine hoch legen, Spazieren gehen... Ich ärgerte mich und war gefrustet! Es stand nie zur Debatte nicht zu starten. Das wollte ich auf jeden Fall, aber ich fand mich zunehmend damit ab einen lockeren Spaßlauf zu machen und den Marathon so gut es eben geht zu genießen. Je näher der Tag rückte und umso mehr Bilder, Posts im Internet und Berichte über das deutsche Marathonhighlight im Herbst veröffentlicht wurden, desto mehr wurde mein Ansporn geweckt es doch zu versuchen. Rätseln! Konnte das gehen? 3:33min/km über 42,195km? Mit der Vorbereitung? So schlecht war diese ja jetzt auch nicht...oder doch? Ok, ich wollte es versuchen! Und entweder es sollte klappen oder ich würde eben voll vor die Hunde gehen. So kam es, dass ich am Sonntag aufwachte und mein erster Gedanke war: Heute Vollgas...egal was passiert! So viele Leute waren in Frankfurt, so viele Freunde, Arbeitskollegen, Athleten denen ich Trainingspläne geschrieben hatte... ich wollte was zeigen! JETZT war die Motivation auf einmal voll da. Trotzdem hielt sich meine Nervosität total in Grenzen. Ich spulte mein Pre-Wettkampfprogramm ab. Frühzeitiges Einlaufen, Wettkampftrikot an, Schuhe nochmal neu schnüren, Toilette und ab in den Startblock. Alles war Routine, alles fühlte sich irgendwie gut an. Da konnte mich auch der Wichtigtuer von Ordner nicht aus der Ruhe bringen, der mich nicht von vorne in den Block lassen wollte. Startschuss! Und wie immer bei diesen Großereignis der erste große emotionale Moment. Marathon, 42,195km, 20000 Läuferinnen und Läufer, vorne absolute Weltklasse...Los gehts! Gänsehaut!  Dann hieß es Rhythmus finden, locker bleiben, saubere Armarbeit, guter Schritt... hohe Konzentration und trotzdem Spaß haben. Ich lief mit Moritz auf der Heide, einem Teamkollegen von den ASICS Frontrunnern zusammen an. Auch er wollte unter 2:30 finishen. Die Pace passte vom ersten KM an. An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an Moritz! Das war ein hervorragender Job, den wir da bis KM 28 zusammen geleistet haben! Es hat riesig Spaß gemacht! Nach und nach überholten wir Gruppen, die zu schnell angelaufen waren. Bei Halbmarathon zeigte die Uhr 1:14:19! Perfekt, alles lief wie von selbst. Jeder Atemzug, jeder Schritt, jede Nahrungsaufnahme....alles passte. Kilometer um Kilometer um Kilometer... es war einfach genial. Selbst ein kurzer Boxenstop von 20-30sek bei KM 32 konnte mich nicht aus meinem Rhythmus bringen. Langsam begann ich zu realisieren, dass dieses große Ziel unter 2:30h zu laufen heute trotz dieser ungewissen Vorbereitung funktionieren konnte. Das spornte an, Kilometer für Kilometer! Die Kraft war da, der Schritt stimmte immer noch, mein Abdruck beförderte mich jedes mal wieder zuverlässig in der genau richtigen Geschwindigkeit dem Ziel entgegen. Und dann lag sie vor mir: Die letzte lange Gerade bevor es hinein ging in die tosende Festhalle! Die letzten zwei KM fühlten sich an wie ein Triumphzug.... Ein Triumphzug mit dem "grande Finale" Frankfurt Festhalle! Was auf diesen letzten 100m in mir vorging ist nicht in Worte zu fassen... Grenzenlose Glückseligkeit! Das drückt es vielleicht am besten aus. Ich rannte vorbei an meinen Kollegen! Jubelnd durchs Ziel: Die Uhr zeigte 2:28:40! Ich hatte es tatsächlich geschafft....Tränen, Glück, Freude, Stolz... Wieso an diesem Tag alles so gut lief? Wieso nach dieser Vorbereitung? Ich hab noch nicht wirklich eine Erklärung dafür.... Darüber nachzudenken lohnt sich und werde ich mit Sicherheit tun. Die Zeit hab ich jetzt, denn ich verabschiede mich in meine lang ersehnte Saisonpause. 2 Wochen werde ich keine Laufschuhe anrühren um dann mit neuer Motivation meine nächsten Ziele im kommenden Jahr zu verfolgen!

An dieser Stelle gilt mein großer Dank wie immer allen, die mich auf diesem Weg unterstützt haben. Insbesondere natürlich ASICS und den Frontrunnern. Ihr seid ein unglaubliches Team und ich bin Wahnsinnig stolz Teil dieses Teams sein zu dürfen. Ein weiterer Dank geht an DEXTRO ENERGY, die mich mit den besten Gels der Welt und sonstiger Sports Nutrition ausstatten! Und zu guter Letzt danke ich SZIOLS für die super Sportbrille X-Kross, die sie mir zur Verfügung stellen!

So, und nun heißt es Beine hochlegen und sich freuen auf hoffentlich viele weitere solcher sportlichen Höhepunkte, denn dann ist Laufen einfach nur... GENIAL :)  Keep on running!  

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Kommentare: 1
  • #1

    Ralph (Dienstag, 28 Oktober 2014 20:22)

    Toller Bericht und herzlichen Glückwunsch zu der Superleistung! :-)