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ASICS Outrun the Sun - einfach unvergesslich...

Manchmal fällt es schwer gewisse Ereignisse im Leben in Worte zu fassen. Das kann negative, aber ebenso gut auch positive Gründe haben. Was ich letzte Woche gemeinsam mit einem großartigen Team in Chamonix am Fuße des Mont Blanc erleben durfte, war ein Beispiel für einen positiven Grund. Es wird mir wahrscheinlich nur schwer gelingen die Emotionen, den Teamspirit oder die Gefühle des Erlebten in Worten wiederzugeben, aber trotzdem möchte ich es versuchen und über die Geschehnisse dieses einmaligen Events berichten.

 

ASICS Outrun the Sun: eine Idee, eine Herausforderung, ein Rennen und letztlich eine absolut grandiose Zeit, die jeden von uns geprägt hat. Als Laurent Ardito, der Manager des ASICS Trail Team France die Idee zu diesem Rennen hatte, war ihm wahrscheinlich selbst noch nicht bewusst, was für ein fantastisches Event daraus hervorgehen würde. Mit der Zusage von ASICS Europa diese Idee weiter zu verfolgen und daraus eine internationale, weltweit medial gepushte Challenge zu machen, gewann Outrun the Sun an Struktur. Eine Herausforderung, die es in dieser Form noch nie gegeben hatte war geboren: 2 Teams, 160km, ca. 9500Hm und der Gegner: die Sonne. Ziel war es in einer Staffel die besagte Strecke einmal um den höchsten Berg der Alpen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zu bewältigen. Am längsten Tag des Jahres gab uns die Sonne genau 15h und 41min Zeit dafür.

 

Allerdings, das Rennen an sich am Samstag stellte für uns alle nur das absolute i-Tüpfelchen einer unvergesslichen Woche dar. Alle Athleten und die wichtigsten Helfer und Organisatoren waren in einem Chalet in Chamonix untergebracht, bester Blick auf das Mont-Blanc Massiv inklusive. Anreise war am Montag und Dienstag. Für Mittwoch war ein erster Testlauf auf der Strecke geplant. Das Wetter: bescheiden! Ganz im Gegensatz zur Stimmung! Die war von Anfang an super! Trotz schlechtem Wetter hat mir der Testlauf wahnsinnig viel Spaß gemacht. Mit der Erkenntnis, dass Trailrunning in den Alpen eben doch nicht das gleiche ist wie Trailrunning im Schwarzwald und dem freudigen Wissen, dass ich eine gute Form habe und meinen Abschnitt in der vorgegebenen Zeit schaffen kann, ging’s ins Meeting am darauffolgenden Tag. Dort erfuhr ich, dass es auf anderen Streckenabschnitten nicht ganz so gut gelaufen ist. Zu viel Schnee, zu gefährlich. Die Strecke musste aus Sicherheitsgründen verkürzt und etwas geändert werden. Leittragender war leider ich. 10km weniger und nur der erste Abschnitt, so das für mich ernüchternde Fazit des Briefings. Na gut... dann eben Vollgas! Am Donnerstagabend war die erste Zusammenkunft mit den Medienvertretern, die aus der ganzen Welt angereist waren, angesetzt. Jeder der 12 Athleten wurde an einen anderen Tisch gesetzt und die Journalisten konnten sich wo immer sie wollten dazu gesellen. Teamvorstellung, leckeres Essen und dann ab zurück ins Chalet. Am nächsten Morgen folgte die offizielle Vorstellung der einzelnen Athleten in einer Location, die einen besten Blick auf den Mont Blanc bot. Kurze Präsentation der Athleten auf der Bühne, anschließend Roundtable-Interviews, Teamfotos und danach wieder zurück ins Chalet. Was sich jetzt hier sehr nach einem abgearbeitet Programm anhört war für mich natürlich mit viel Spannung und Aufregung verbunden. In der Situation mit Journalisten aus der ganzen Welt zu reden und komplette Interviews auf Englisch zu führen, war ich bis dato auch noch nicht gewesen. In all dieser Zeit entwickelte sich im Team ein unglaublicher Zusammenhalt. Die gute Stimmung, die öffentliche Aufmerksamkeit, das ganze Drum-Herum: Jede Stunde, jede Minute, jede Sekunde die es auf den Startschuss zuging steigerte sich unsere Motivation. Wir wussten, dass wir es schaffen konnten und dass wir es schaffen wollten! Die Wetteraussichten waren hervorragend, es war angerichtet für einen großartigen Tag getreu dem ASICS Motto „Better your Best“! Am Samstag um ca. 20 vor 6 am Morgen viel der Startschuss. Ich wachte um 7Uhr auf, schaute aus dem Fester, sah die ersten Sonnenstrahlen: Der Gegner, den es zu besiegen galt am heutigen Tage. Keine Wolke am Himmel, die Berggipfel wurden in einer unglaublichen Schönheit von den morgendlichen Sonnenstrahlen beleuchtet. Es war ein Traum-Tag. Der erste Gedanke ging so denn sofort ans Team. Wo waren die Staffelkollegen? Wie lagen sie in der Zeit? Noch im Bett der erste Griff zum Laptop und das studieren des Livetracking im Internet. Alles im Plan soweit. Der Laptop war an diesem Morgen mein ständiger Begleiter. Jede Sekunde versuchte ich aktuelle News zu bekommen: Wie funktionierten die Wechsel? Gab es irgendwelche Probleme? Spannung pur... Mit der Rückkehr der ersten Athleten war klar: Die Sonne machte an diesem Tag ihrer Rolle als Gegner alle Ehre! Heiß war es, sehr heiß und in manchen Passagen vielleicht sogar zu heiß. Das Wissen für mich, später aktiv ins Rennen eingreifen zu können und dem Team zu helfen, während die ganze Welt zuschaute, war ein ganz besonderes. Ich versuchte so gut es ging meine Nervosität gering, bzw. auf DEM optimalen Level zu halten. Um halb zwei ging’s los. 1 ½ h Fahrt zum Punkt der Staffelübergabe. Natürlich war ein ordentlicher Puffer mit eingebaut, sodass ich am Übergabepunkt noch 2 ½ h Zeit hatte. Ich bin wirklich niemand, der gerne und gut morgens laufen kann, aber an solchen Tagen verfluche ich manchmal die Starts am späten Abend. Anspannung, ein paar Schritte gehen, Toilette, hinlegen, wieder ein paar Schritte gehen, wieder Toilette, noch mehr Anspannung.... Um kurz nach 6 am Abend war es dann soweit. Das Ultrateam hatte sie Staffel schon vor gut 45min übergeben, nun durfte ich endlich ran. Wir lagen hinter der Zeit. Deutlich! Gut 20min und nur noch zwei Etappen. Eine davon durfte ich jetzt rennen. Also, Vollgas und noch ein bisschen mehr! Ich rannte los. Der erste KM war technisch nicht ganz leicht, hoch und runter. Danach ging’s über einen längeren Abschnitt auf einem breiteren Waldweg bergab. Ich gab alles, keuchte schon nach gut 500m wie bei einem 1500m Lauf. Auf der langgezogenen Bergab Passage versuchte ich den Puls etwas runter zu bekommen. Ich spürte das ganze Adrenalin in mir, ich wollte dieser Staffel helfen, wollte die Sonne besiegen und diese unglaubliche Woche zu einem erfolgreichen Abschluss bringen. Dann begann der Anstieg...steil, sehr steil, super steil! Ich pushte mich selbst, dachte an das Team, die tollen Erfahrungen zusammen. Kurz vor dem Gipfel schaute ich auf die Uhr. 15min schneller als geplant. WAHNSINN! Und jetzt nur noch runter! Manche müssen gedacht haben ich sei lebensmüde. Wie in Trance und trotzdem hoch konzentriert rannte ich den steilen Abstieg hinab. Ich flog förmlich dahin, versuchte den Trail als meinen Freund zu sehen und keine Angst vor ihm zu haben. Es ist dieses Gefühl mit dem Trail zu verschmelzen, eins mit ihm zu werden, mit ihm zu spielen, das einen schnell darauf laufen lässt. In Trient hatte ich gut 20min rausgeholt. Das Problem: Ich hatte irgendwo den Abzweig verpasst! Mist! Und jetzt? Ich war am Ende, körperlich völlig fertig und jetzt musste ich durch diesen kleinen Ort die Straße hoch, 1km geradeaus und ansteigend. Wie sollte ich das noch schaffen? Wieder dachte ich ans Team, an die komplette Mannschaft. Letztlich hat mich dieses Malheur 5 min gekostet, 5min die sich leider auch nicht mehr aufholen ließen; trotz einer wahnsinnigen Leistung der letzten Staffelläuferin Megan Kimmel. 33sek! 33sek fehlten am Ende...was für eine Dramatik! Das Gefühl im Ziel war trotzdem einmalig und lässt sich ganz einfach mit einem Ausdruck beschreiben: Glückseligkeit! Alle hatten wir Gänsehaut! Es war fantastisch. Wir hatten vielleicht das Rennen gegen die Sonne verloren, aber eine phänomenale Erfahrung gewonnen! Das Team Ultra Trail hat es geschafft. Deutlich, mit über 30min haben sie das Rennen gegen die Sonne gewonnen! Ihnen gebührt höchster Respekt! Gratulation! Aber wir haben uns die ganze Zeit als ein gemeinsames Team gesehen und so freue ich mich genauso für diese 4 Weltklasse-Athleten wie ich es über einen Erfolg unserer Staffel getan hätte.

 

So gilt mein ganz großer Dank in erster Linie meinem kompletten Team! Ihr seid großartig und es war eine unglaubliche Ehre für mich mit euch zusammen laufen zu dürfen! Einfach fantastisch euch getroffen und eine so grandiose Zeit zusammen verbracht zu haben. Ein ebenso großer Dank geht natürlich an Laurent und Cathy, die die Idee zu diesem Event hatten, die immer für uns da und die Hauptorganisatoren waren. Sie haben einen fantastischen Job gemacht. Und natürlich an ASICS! DANKE, dass ein solches Event ermöglicht wurde. Die Leidenschaft des Laufens verbindet und Laufen ist mehr als Zwischenzeiten und Pulsbereiche! Laufen ist Leidenschaft, Freiheit und Gemeinschaft. Das hat dieses Event wie kein zweites gezeigt und wie keine andere Firma verkörpert das ASICS! Danke! zu guter Letzt möchte ich noch einen weiteren Dank  Sziols, die mich mit der einzigartigen Sportbrille X-Kross unterstützen, und Dextro Energy, die mir im Vorfeld des Events hervorragende Gels und Elektrolytgetränke haben zukommen lassen, aussprechen! Vielen Dank für eure Unterstützung!

 

Was bleibt noch zu sagen? Megan, Holly, Sissi, Genis, Gert, Iaza, Manu, Jonas, Xavier, Tom-Tom, Kouta: thank you all for an amazing time! It was a great pleasure for me to spend the time together in chamonix! I hope to see you very soon in somewhere in the world!

 

Live to run!

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